Günter Machemehl und Karl Schmidt-Rottluff
Die Freundschaft der beiden Maler Günter Machmehl (1911 - 1970) und Karl-Schmidt-Rottluff (1884 - 1976) begann schon vor dem Krieg an der Ostseeküste in Pommern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Machmehls als Flüchtlinge in Sierksdorf ansässig. Hier hoffte Schmidt-Rottluff als Berliner wieder Motive von Meer und Küste zu finden. Deshalb suchten Machemehls mehrere Sommer in Privathäusern eine passende Unterkunft für die Schmidt-Rottluffs. 1954 bauten Machemehls ein kleines Haus, an das der berühmte Brücke-Maler ein bescheidenes Atelier anbauen ließ, das er dann Jahr für Jahr mit seiner Frau Emy bewohnte. "Vor den Aufbrüchen nach Berlin hatten wir die Freude, alle neu entstandenen Bilder gezeigt zu bekommen, wobei er Zustimmung oder Kritik erbat." vermerkt Machemehl in einem Brief. Bei den Kaffeegesprächen im Garten, wo philosophische Themen vorrangig waren, wurden auch die unterschiedlichen Malstile der Künstler diskutiert (z.B. Aquarell oder Ölbild ?). Die ersten Sommer waren nicht nur mit Malen ausgefüllt, sondern interessante Steine, die er vom Strand mitbrachte, wurden zu Köpfen oder Figuren verarbeitet. Dann begann die lange stille Zeit der Wintermonate mit regem Briefaustausch, in dem zunehmend Alterskrankheiten in den Vordergrund traten.
Machemehl, der jüngere von beiden, starb vor dem großen Meister. Frau Machemehl hat den kranken Schmidt-Rottluff mehrfach in Berlin besucht. Sein künstlerischer Abschied vollzog sich in mehreren Etappen. 1964 entstanden seine letzten Gemälde, 1970 die letzten Aquarelle und 1970/71 die letzten Farb- und Tuschpinselzeichnungen.
1973 verbrachte das Künstlerehepaar den letzten Sommer in Sierksdorf. 1975 verstarb Frau Emy Schmidt-Rottluff, der der Künstler ein Jahr später nachfolgte.
